Palliation

 

primäre Korrektur aufgrund einer ungünstigen Anatomie nicht möglich

 

dient der Lebenserhaltung bzw. -verlängerung

oder

 

zur Überbrückung bis zur endgültigen anatomischen bzw. funktionellen Korrekturoperation

palliativ = krankheitsmildernd ohne zu heilen

Eine palliative Operation wird durchgeführt, wenn eine primäre Korrektur aufgrund einer ungünstigen Anatomie nicht möglich ist. Sie dient entweder der Lebenserhaltung bzw. -verlängerung oder zur Überbrückung bis zur endgültigen anatomischen bzw. funktionellen Korrekturoperation.

Ziele:

 

Verbesserung einer mangelhaften Lungendurchblutung

 

gleichzeitiger Wachstumsanreiz von hypoplastischen Pulmonalgefäßen

 

Schutz der Pulmonalgefäße im Falle einer krankhaft vermehrten Lungendurchblutung

 

Beseitigung einer hochgradigen kritischen Stenose

Ziel einer Palliation ist z. B. die Verbesserung einer mangelhaften Lungendurchblutung mit gleichzeitigem Wachstumsanreiz von unterentwickelten Lungengefäßen.

hypoplastisch = unterentwickelt

Pulmonalgefäße = Lungengefäße

Aber auch umgekehrt der Schutz der Pulmonalgefäße vor einer krankhaft erhöhten Durchblutung durch Drosselung (Banding) der Pulmonalarterie (PA-Banding, PAB) kann Ziel einer Palliation sein.

Die operative Beseitigung einer hochgradigen kritischen Einengung (Stenose) einer Herzklappe stellt ebenfalls eine häufige Palliation dar.

Beispiele:

Anlage eines aortopulmonalen Shunts

  • Blalock-Taussig Shunt
  • modifizierter Blalock-Taussig Shunt
  • zentraler aortopulmonaler Shunt mit Kunststoffprothese

 

Drosselung (Banding) des Pulmonalarterienhauptstammes (PA) = PA-Banding (PAB)

 

Beseitigung von Klappenstenosen:

Kommissurotomie der

  • Aortenklappe (AK) oder
  • Pulmonalklappe (PK)

Durch Anlage einer Kurzschlussverbindung (Shunt) zwischen Aorta (Hauptschlagader) und Pulmonalarterie (Lungenschlagader) mit Hilfe einer Kunststoffprothese (aortopulmonaler Shunt) wird wieder ausreichend Blut in die Lunge zur Sauerstoffaufnahme transportiert.

1944 entwickelten der Chirurg Alfred Blalock und die Kinderärztin Helen Taussig ein neues Operationsverfahren bei Kindern mit Zyanose (= Blausucht): die Verbindung der rechten A. subclavia (Schlüsselbeinarterie) mit der rechten Pulmonalarterie. Bis zu diesem Zeitpunkt galten angeborene Herzfehler mit Zyanose (= Blausucht) als nicht heilbar.

Mit diesem zu seiner Zeit revolutionärem Operationsverfahren, das als Blalock-Taussig-Shuntoperation (“blue baby procedure”) in die  Geschichte der Herzchirurgie einging, konnte seitdem unzähligen Kindern geholfen werden.

Es wird in modifizierter (= geänderter) Form als modifizierter Blalock-Taussig-Shunt auch heute noch im Rahmen der palliativen Therapie durchgeführt.

Blalock-Taussig-Shunt = operativ angelegte Verbindung der rechten Schlüsselbeinarterie (A. subclavia, Subclavia) mit der rechten Lungenschlagader (Pulmonalarterie, PA), s. a. Galerie Palliation.

modifizierter Blalock-Taussig-Shunt = Verbindung von Subclavia mit PA durch eine aufgenähte Kunststoffprothese

zentraler aortopulmonaler (AP) Shunt = Verbindung von Aorta mit PA durch eine aufgenähte Kunststoffprothese

Banding = " Bändelung"; Drosselung des Blutstromes durch künstliche Einengung eines Blutgefäßes mit Hilfe eines Kunststoffbändchens 

Herzklappenstenose = Ein-, Verengung einer Herzklappe

Kommissurotomie = Durchtrennung narbig verschmolzener Herzklappenkommissuren (Klappenränder) mit dem Skalpell (s. a. Pulmonalklappen-, Aortenklappenkommissurotomie)

Galerie

Dr. Alfred Blalock

Dr. Helen B. Taussig

Dr. Alfred Blalock im OP (1945)

Schema Blalock-Taussig-Shunt

Schema (modifizierter) Blalock-Taussig-Shunt

Palliation

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