Abkürzungsverzeichnis, Kurzbezeichnungen Lexikon

A.,
Aa.

Arteria = Arterie,
Arteriae = Arterien

ICR

Interkostalraum

Abk.

Abkürzung

i. e. S.

im eigentl. Sinn,
im engeren Sinn

allg.

allgemein

i.v.

intravenös

anat

Anatomie

i. w. S.

im weiteren Sinn

anat.

anatomisch

kard

Kardiologie

angeb.

angeboren

latein.

lateinisch

ant.

anterior (= vorne)

li.

links

asc.

ascendens (= aufsteigend)

Lj.

Lebensjahr

a.-v.

arteriovenös

Mz.

Mehrzahl

av., Av-

atrioventrikulär

Neugeb.

Neugeborenes

bds.

beiderseits, -seitig

o. a.

oder andere(s)

Begr.

Begriff

o. ä.

oder ähnliche(s)

bes.

besonders, besondere(s)

o. B.

ohne Befund

best.

bestimmt

op.

operativ

Bez.

Bezeichnung

path

Pathologie

biochem

Biochemie

pharm

Pharmakologie

biol

Biologie

physiol

Physiologie

biol.

biologisch

Pl.

Plural

botan

Botanik

PNA

Pariser Nomina Anatomica

bzgl.

bezüglich

post.

posterior (= hinten)

chir

Chirurgie

re.

rechts

desc

descendens (= absteigend)

u. a.

unter anderem;
und andere(s)

embryol

Embryologie

u. U.

unter Umständen

entspr.

entsprechend

V.,
Vv.

Vena = Vene,
Venae = Venen

gebr.

gebräuchlich

v. a.

vor allem

Ggs.

Gegensatz

ven.

venös

griech.

griechisch

 

 

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Adventitia PNA: (latein. adventicius = äußerer) 1) die Tunica adventitia (= Außenschicht der Eingeweide). 2) die Tunica externa = Außenschicht der Blutgefäßwand; kollagenes u. elastisches Bindegewebe. Sie enthält ernährende Gefäße (Vasa vasorum) u. Gefäßnerven(plexus).

Anamnese: die subjektiv erinnerlichen (oder von Angehörigen mitgeteilten) früheren Krankheiten als Vorgeschichte einer aktuellen Krankheit (= Eigenanamnese), ergänzt durch Krankheitsangaben aus dem Familienbereich (= Familienanamnese). Als „biographische A.“ über die früheren Krankheiten hinaus auf die ganze Lebensgeschichte erweitert.

Anastomose: angeborene oder erworbene (v. a. operativ angelegte) Verbindung zweier Hohlorganlichtungen; vgl. Shunt, Bypass.

Anatomie: auf der „Leichenzergliederung“ zu wissenschaftlichen Zwecken basierendes medizinisches Lehrfach, das sich mit dem normalen Bau u. Zustand des Körpers u. seiner Gewebe (Histologie) u. Organe befasst, u. a. einschließlich systematischer u. topographisch-funktioneller Aspekte („normale A.“; einschließlich Embryologie); ferner – als „pathologische A.“ – das Lehrfach, das dasselbe Gebiet unter dem Gesichtspunkt krankhafter Veränderungen umfasst, i. w. S. auch aus gerichtsmedizinischer Sicht (= forensische A.).

Angina pectoris, Stenokardie: kard Syndrom mit ischämisch bedingtem, meist anfallsweisem, in der Herzgegend (retrosternal bzw. präkordial) auftretendem Schmerz (Kardialgie), der dumpf, drückend, krampfartig oder bohrend u. verbunden ist mit einem charakteristischen Beengungs- u. Vernichtungsgefühl, oft auch mit typischen Ausstrahlungen, evtl. in Form von Parästhesien (Missempfindungen). Komplikationen: Herzinfarkt, -tod.

Aorta PNA: die von der linken Herzhälfte abgehende Hauptschlagader als Stammgefäß des großen Kreislaufs; mit elastisch (durch entsprechenden Wandaufbau) bedingter Windkesselfunktion. Beginnt als A. ascendens (= Pars ascendens aortae; aufsteigender Teil) über der durch die Aortenklappe verschließbaren Öffnung (Ostium aortae) der linken Herzkammer; von diesem Teil gehen im Bulbus aortae die Herzkranzgefäße (Aa. coronariae) ab. Es folgen der Aortenbogen (Arcus aortae) u. der absteigende Teil (die A. descendens = Pars descendens aortae), u. zwar der Teil vom Isthmus aortae bis zum Aortenschlitz des Zwerchfells als Brustaorta (A. thoracica = Pars thoracica aortae; mit Ästen für die Brustkorborgane u. mit hinteren Interkostalästen) u. nachfolgend als Bauchaorta (A. abdominalis = Pars abdominalis aortae; mit Ästen für die Zwerchfellunterseite, u. mit Truncus coeliacus u. den Mesenterial-, Nieren-, Nebennieren-, Eierstocks- bzw. Hodenarterien u. mit Bauchwandästen; in der endständigen Aortengabel = Aortenbifurkation = Bifurcatio aortae teilt sie sich in die beiden Beckenarterien (A. iliaca communis) auf. A., reitende: path die bei „hoher Rechtslage“ über einem hohen Ventrikelseptumdefekt beginnende, aus beiden Herzkammern Blut erhaltende A. ascendens; z.B. bei Fallot-Tetralogie (s. entsprechendes Kapitel Fallot-Tetralogie in diesem Online-Kurzlehrbuch).

aortal: die Aorta betreffend, von der Aorta aus.

Aortenbogen: s. Arcus aortae.

Aortenisthmus: s. Isthmus aortae.

Aortenklappe: s. Valva aortae.

Aortenklappeninsuffizienz, Aorteninsuffizienz: angeborene oder – meist – erworbene (endokarditische, syphilitische, rheumatische) Schlussunfähigkeit der Aortenklappe (Valva aortae) mit Blutrückstrom (Reflux) aus der Aorta in die linke Herzkammer u. mit entsprechender linksventrikulärer Volumenbelastung, gefolgt von exzentrischer Herzhypertrophie.

Aortenklappenstenose, valvuläre Aortenstenose: kard Verengung der Öffnung der Aortenklappe (Valva aortae) durch Verdickung, evtl. auch Verkalkung ihrer Semilunarklappen (Valvulae semilunares) sowie durch Verwachsungen im Bereiche der Klappenkommissuren, meist in Folge rheumatischer oder bakterieller Endokarditis, seltener als angeborene Klappenfehlbildung (meist kombiniert mit anderen Herzfehlbildungen, s. Herzfehler). Führt zur Druckbelastung des li. Ventrikels mit tonogener Herzdilatation u. konzentrischer Herzhypertrophie, auf die bei Dekompensation eine myogene Dilatation mit relativer Mitralinsuffizienz, Lungenstauung, Rechtsherzinsuffizienz folgen. Symptome: schnelle Ermüdbarkeit, Schwindel, kardiale Synkopen nach Belastung, Angina pectoris. Objektive Symptome: systolisches Schwirren (zu den Karotiden = Halsschlagadern fortgeleitet), mittel- bis spätsystolisches Austreibungsgeräusch („punctum maximum“ im 2. ICR rechts, fortgeleitet in die Karotiden; Phonokardiogramm: „Spindelgeräusch“ = Rhombusform mit Crescendo-Decrescendo-Charakteristik), evtl. abgeschwächter 1. Aortenton, abgeschwächter bis fehlender 2. Aortenton u. umgekehrte Spaltung des 2. Tones, oft auch ein Aortendehnungston; ferner hebender Herzspitzenstoß, Pulsus parvus et tardus, kleine Blutdruckamplitude.

Aortenstenose: die angeborene oder erworbene Verengung der Aorta bzw. der Aortenklappe (= A., valvuläre, Aortenklappenstenose); i. e. S. die supravalvuläre A. – A., supravalvuläre: als Aortenstenose i. e. S. die Aortenverengung dicht oberhalb der Aortenklappe (v. a. als ringförmige Enge am oberen Rand des Sinus Valsalvae). Die Symptome ähneln denen der Aortenklappenstenose. – Diese Form kommt auch familiär vor, kombiniert mit idiopathischer infantiler Hyperkalziämie u. multiplen Missbildungen (Williams-Beuren-Syndrom); s. a. entsprechendes Kapitel Aortenstenose in diesem Online-Kurzlehrbuch..

aortopulmonal: die Aorta u. Arteria pulmonalis betreffend.

Arcus: (latein.) Bogen, Bogenteil. – A. aortae PNA: der Aortenbogen, der schräg nach links hinten gestellte, über die Wurzel der li. Lunge verlaufende Teil der Aorta zwischen Aorta ascendens u. descendens; von ihm gehen ab der Truncus brachiocephalicus u. die Arteriae carotis communis (Halsschlagadern) u. subclavia sinistra (linke Schlüsselbeinarterie). Zeigt entsprechend seiner Entwicklung zahlreiche Varianten u. Anomalien.

Arteria coronaria cordis dextra u. sinistra: die re. u. die li. Herzkranzarterie (“Koronararterie, Koronarie”); entstammen dem Sinus aortae im Bereich der re. bzw. li. Taschenklappe der Aorta u. verlaufen zunächst in der Kranzfurche, dem Sulcus coronarius; die re. verlässt hinten die Kranzfurche u. zieht als Ramus interventricularis posterior weiter durch die hintere Längsfurche zur Herzspitze (Apex; gibt Ästchen ab an Conus arteriosus, Sinusknoten, Vorhof, Vorderwand des re. Ventrikels u. seitl. Randbereiche des re. Ventrikels sowie – von der Längsfurche aus – an hintere Ventrikelseptumbereiche, Atrioventrikularknoten u. Hinter-Seitenwand des re. Ventrikels); die li. zunächst als kurzer Stamm zwischen Arteria pulmonalis u. li. Herzohr, teilt sich dann in den stärkeren, in der vorderen Längsfurche verlaufenden Ramus interventricularis anterior (mit Ästen an den Conus arteriosus, die Vorderwand des li. Ventrikels, u. vordere Ventrikelseptumbereiche) sowie in den R. circumflexus (mit – zur re. Seite anastomosierendemVorhofast bzw. entsprechenden Atrioventrikularästen, einem Ast für Vorderwand des li. Ventrikels u. dessen mittlere Bereiche, die Hinterwand des li. Ventrikels, den Sinus- u. Atrioventrikularknoten sowie weitere Vorhofäste). Es handelt sich um Ernährungsgefäße des Herzmuskels (der in geringem Maße auch durch Diffusion von der Herzhöhle aus versorgt wird), die – trotz z. T. vorhandener kleiner Anastomosen – als Endarterien gelten, so dass Einengung oder Verschluss zu Durchblutungsnot bzw. Infarkt führt; die Versorgungsbereiche der re. u. li. Arterie können zugunsten einer der beiden verschoben sein (die dann ein stärkeres Kaliber aufweist: „Rechts-„ bzw. „Linksversorgungstyp“ im Gegensatz zum „ausgeglichenen“).

Arteria pulmonalis dextra u. sinistra: die Lungenarterien; der re. bzw. li. Ast des Truncus pulmonalis; die re. verläuft hinter der Aorta ascendens u. der V. cava inferior, die li. vor der Aorta descendens u. dem li. Hauptbronchus zum Lungenhilus; Äste gehen an die Lungensegmente.

Arteria, Arterie, Schlagader, A., a.: (Mz.: Arteriae = Aa., aa.) in der Regel pulsierendes Blutgefäß mit typischem dreischichtigem Wandaufbau aus den Tunicae intima (Intima), media (Media) u. externa (sog. Adventitia), ergänzt durch elastische Schichten zwischen Intima u. Media bzw. an der Grenze zur Adventitia (Membrana elastica interna bzw. externa). Als A. des großen oder Systemkreislaufs führt sie „arterialisiertes“ = sauerstoffreiches u. hellrotes Blut, das systolisch aus der li. Herzkammer ausgeworfen wird, zu den diesem Kreislaufbereich angeschlossenen Organen (Endstrombahn). Als Lungenarterie (Truncus pulmonalis) u. deren dem kleinen = Lungenkreislauf zugehörige Äste führt sie dagegen venöses = sauerstoffärmeres u. dunkleres Blut aus dem re. Herzventrikel der Lunge zu. Die großen, herznahen Arterien sind vom „elastischen Typ“, d.h. ihre Media besteht aus wechselnden Lagen von elastischen Membranen u. glatter Muskulatur, die die Grundlage ihrer „Windkesselfunktion“ bilden; die mittleren, bis in den Bereich der Arteriolen, sind vom „muskulärem Typ“, d.h. das elastische Material ist auf die Lamina elastica interna u. externa beschränkt, die Media besteht aus dicht zusammen gelagerten Myozyten (glattmuskulär). Die Ernährung der Arterienwand erfolgt von außen durch Wandgefäße (Vasa vasorum) u. von innen her durch einen die Intima passierenden Säftestrom; die nervöse Wandversorgung besorgen vegetative Nervenfasern (Vasodilatatoren, -konstriktoren). Für den Ausgleich eventueller Lichtungsengen (s. a. Stenose) bis –verlegungen sind – z. T. erst im Bedarfsfall wirksame – Umleitungsbahnen (Kollateralen) angelegt, wovon aber die sog. Endarterien ausgenommen sind (umgekehrt kann aber Blut aus einem Bereich entzogen werden).

Atresia, Atresie: das Fehlen der natürlichen Mündung (Blindendatresie) oder Lichtung eines Hohlorgans. – Meist als angeborene Fehlentwicklung.

atrial: den Vorhof (Atrium) betreffend.

atrioventrikulär, atrioventrikular, atrioventricularis, av., av-, AV-: den Herzabschnitt zwischen Vorhof u. Ventrikel betreffend, i. e. S. die entsprechende Strecke des spezifischen Reiz- = Erregungsleitungssystems des Herzens einschließlich des Aschoff-Tawara-Knotens.

Ausflussbahn: kard das den Semilunarklappen (s. Herzklappen) nächstliegende Segment der Herzkammern, das sich als letztes kontrahiert (s. Kontraktion). Es ist bei Volumenbelastung verlängert, bei Fallot-Tetralogie (s. entsprechendes Kapitel Fallot-Tetralogie in diesem Online-Kurzlehrbuch) u. bei idiopathischer Hypertrophie muskulär verengt; s. a. Aortenstenose (subvalvuläre), Pulmonalstenose (infundibuläre).

B

bicuspidalis, bicuspid, bikuspid: (latein.) zweizipflig, z.B. Valva bicuspidalis (= Zweisegelklappe, die Mitralklappe).

Blutgefäße: anat Arteria, Vena, Arteriola, Venula, Vas capillare, Endstrombahn, Rete mirabile.

Blutkreislauf: der Blutumlauf (Blutzirkulation; s. a. Blutströmung), i. e. S. das diesem dienende kardiovaskuläre System als Transportsystem (mit den Blutgefäßen als Transportwegen), in dem das Blut (Transportmittel) vom Herzen (Pumpe) in einem Kreislauf bewegt wird (geschlossenes System). Wichtigste Aufgaben: Versorgung der Körperzellen mit den erforderlichen Stoffen, Abtransport der Stoffwechselprodukte der Zellen (wobei letzterer auch indirekt über die interstitielle Flüssigkeit erfolgt) u. der Wärmetransport. Unterschieden 1) als Körperkreislauf mit dem linken Ventrikel als Pumpe, nachgeschaltet die Organ- bzw. Teilkreisläufe (Herz, Gehirn, Niere, Muskulatur u. Haut); 2) als Lungenkreislauf (= Pulmonalkreislauf) mit dem rechten Ventrikel als Pumpe, der das venöse (CO2-beladene) Blut über die Lungenarterien (Pulmonalarterien) dem Gasaustausch in der Lunge u. das „arterialisierte“ (O2-beladene) über die Lungenvenen dem linken Herzvorhof zuführt; – Funktionell werden auch das Hochdrucksystem u. das Niederdrucksystem unterschieden; beide Systeme sind in der Peripherie durch die Endstrombahn miteinander verbunden. Die Regulation des B. erfolgt sowohl zentral-nervös als auch peripher.

Blutströmung: die durch die Leistung des Herzens bewirkte u. durch die Windkesselfunktion der Aorta unterstützte Fortbewegung des Blutes in den Blutgefäßen (Blutkreislauf) gemäß den Gesetzen der Hämodynamik. Sie erfolgt allgemein laminar, über den Herzostien (s. Ostium) auch turbulent. Die Geschwindigkeit der B. (Aorta 50, Kapillaren 0,05 cm/s) ist in der laminaren Strömung des Axialstroms höher als im Randstrom, u. sie nimmt im arteriellen Gefäßabschnitt systolisch stoßweise zu.

Brustbein: s. Sternum.

Brustfell: s. Pleura.

Bypass: chir (engl.) Umgehungsanastomose; i. e. S. der künstliche, vorübergehende oder auf Dauer angelegte Umgehungs- = Kollateralkreislauf; s. a. Shunt, Anastomose.

C

chronisch: path langsam sich entwickelnd, schleichend, von langer Dauer (im Ggs. zu „akut“).

Conus, Konus: (latein. = Kegel) anat kegelförmiges Gebilde. – C. arteriosus PNA, Infundibulum: der kegelförmige Übergang der re. Herzkammer in die Lungenschlagader (Truncus pulmonalis; ist gelegentlich angeboren verengt = infundibuläre Pulmonalstenose).

D

Diagnose, Diagnosis: die nosologisch-systematische Benennung eines Krankheitsbildes, in der Praxis die Summe der Erkenntnisse, auf denen das ärztliche Handeln beruht; vgl. Diagnostik.

Diagnostik: alle auf die „Erkennung“ eines Krankheitsgeschehens als definierte nosologische Einheit (vgl. Diagnose) gerichteten Maßnahmen. Umfasst die Erhebung der Anamnese, Untersuchung des Patienten, evtl. auch seiner Ausscheidungen, Körpersäfte (u. a. als Serumdiagnostik), Gewebe bzw. Zellen (Biopsie, Zytodiagnostik), Strahlenanwendung (als Röntgendiagnostik, Szintigraphie), Nutzung bioelektrischer Ströme (EKG, EEG, EMG) oder des Schalls (Audiometrie, Ultraschalldiagnostik). I. w. S. auch Bez. für die „Diagnoselehre“.

Diastole: physiol das Stadium der Erschlaffung als Bewegungsphase eines muskulären Hohlorgans zwischen 2 Systolen; i. e. S. kard die D. der Herzkammern vom Beginn des erfolgten Taschenklappenschlusses der großen Herzgefäße (s. Herzklappen) bis zum Beginn des Segelklappenschlusses (wohingegen die Vorhofdiastole während der Kammersystole erfolgt).

Diastolikum: kard diastolisches Herzgeräusch (s. dort).

diastolisch: die Diastole (v. a. des Herzens) betreffend.

Digitalis: botan die Gattung „Fingerhut“; s. a. Digitalisglykoside.

Digitalisglykoside: pharm die in Digitalis-Arten vorkommenden, meist herzwirksamen (Digitalistherapie) Glykoside der Cardenolid-Gruppe. – I. w. S. auch – unkorrekte – Bezeichnung für alle Herzglykoside.

Ductus: anat (latein.) Gang, Kanal (Mz.: Ductus). – D. arteriosus PNA D. Botalli: der kurze Verbindungsgang zwischen der Teilungsstelle des Truncus pulmonalis u. Arcus aortae (Aortenbogen); der physiologische Kurzschluss des fetalen Kreislaufs zur Umgehung der noch funktionslosen Lunge durch das venöse Blut der oberen Körperhälfte. Wird normalerweise beim ersten Atemzug des Neugeborenen stillgelegt u. bildet sich zum Ligamentum arteriosum zurück. – D. a. apertus, D. a. persistens: ein sich nach der Geburt nicht schließender D. arteriosus als angeborener Herzfehler (s. a. entsprechendes Kapitel Persistierender Ductus arteriosus).

Dysplasia, Dysplasie: path Fehlgestaltung, Fehlbildung als Folge gestörter formaler (= morphologischer) Gewebs- u. Organentwicklung; i. e. S. die Skelett-D. (Osteochondrodysplasien).

dysplastisch: fehlentwickelt (s. Dysplasie).

Dyspnoe: Atemnot, Lufthungergefühl: meist subjektiv; empfundene Mehrarbeit der Atmung, entweder durch erhöhten Atemantrieb oder durch erhöhten Strömungs- oder Gewebewiderstände im Atemapparat; v. a. bei Krankheiten des Herzens und der Lunge.

E

Embolie: path plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes (meist Arterie) durch einen Embolus; i. w. S. der durch Funktionsausfälle der betroffenen Organe gekennzeichneten Folgezustand. Häufigste Form ist die Thrombembolie, d. h. die E. durch Verschleppung von Gerinnsel- = Thrombusteilen bei Herzklappenerkrankungen, Herzinfarkt, Endokarditis, entzündlichen Gefäßerkrankungen (Thrombophlebitis, Arteriitis), u. zwar v. a. als Lungenembolie (nach Venenthrombose), als Hirnembolie oder als E. peripherer Arterien (bevorzugt – zu ca. 30 % – der Gliedmaßenarterien, insbesondere an deren Verzweigungen u. dann z. T. durch einen „reitenden Embolus“. Beginnt häufig mit einem peitschenschlagartigen Schmerz als Folge der Verkrampfung des betroffenen Gefäßes u. seiner Kollateralen, evtl. auch mit einem Schock. Bei der Gliedmaßenembolie folgen Blässe der Extremität (evtl. auch Marmorierung), Fehlen der peripher des Verschlusses sonst typisch tastbaren Pulse, später Ausfälle der Nerven (Sensibilitäts- u. Bewegungsstörungen, evtl. auch Lähmungen, Abschwächung bis Fehlen der Reflexe) sowie Störungen der Gewebsernährung in Form von Hautatrophie u. Gangrän. – E., gekreuzte oder paradoxe: E., bei der der Embolus aus dem venösen Schenkel des großen Kreislaufs über Rechts-Links-Shunts (z.B. durch ein offenes Foramen ovale, einen Vorhof- oder Ventrikelseptumdefekt) in den arteriellen Schenkel des großen Kreislaufs (u. nicht wie üblich in die Pulmonalis) gelangt.

Embolus: „Gefäßpfropf“; jedes Gebilde bzw. Material, das – durch die Blutbahn verschleppt – zum Verschluss eines Gefäßes führt (Embolie); z.B. Thrombusteile, Zellhaufen (Parenchym-, Tumorzellen), Parasiten, Bakterien, Pilzmyzel, Fremdkörper (z.B. Gefäßkatheterteile), Fett, Luft etc.

Embryologie: Lehre von der Embryogenese, i. e. S. auch die „Entwicklungsgeschichte“ i. S. der Ontogenie (Ontogenese).

Endokard, Endocardium PNA: die alle Hohlräume (einschließlich der Herzklappen) auskleidende glatte Innenhaut des Herzens, schichtweise aufgebaut – von innen zum Herzmuskel hin – aus Endothel, feinfaserigem kollagenem Bindegewebe, elastische Fasern u. einzelnen glatten Muskelzellen.

Endokarditis, -carditis: die Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard); meist als E. der Herzklappen (E. valvularis), u. zwar am Schließungsrand einer Klappe (u. häufig als Ursache eines Herzklappenfehlers), aber auch im Bereich der Vorhof- u. Kammerwände (E. parietalis), Sehnenfäden u. Papillarmuskeln. Wird je nach Entstehung unterschieden als 1) abakterielle E., 2) infektiöse E. (die bakterielle E. u. die E. mycotica) u. als 3) Mischform (bakterielle E. auf dem Boden einer abakteriellen bzw. als E. durch Sensibilisierung im Verlauf einer bakteriellen E.).

Endothel: s. Endothelium.

Endothelium PNA: das einschichtige Plattenepithel, das die Herzräume u. die Blut- u. Lymphgefäße auskleidet (als Epithel der serösen Häute der Körperhöhlen = Mesothel); besteht aus platten, wechselnd gestalteten Zellen, deren Ränder sich u. U. überlappen können.

Epikard, Lamina visceralis (pericardii): das mit der äußeren Oberfläche des Herzmuskels verwachsene „innere Blatt“ des Perikards als äußerste Schicht der Herzwand; erstreckt sich auch über die herznahen Teile der großen Gefäße (als gemeinsame Arterienscheide der Truncus pulmonalis u. Aorta).

extrakorporal: außerhalb des Körpers, z.B. die e. Dialyse, der e. Kreislauf, die e. Befruchtung, e. Stoßwellenlithotrypsie.

F

Foramen: anat (latein.) Öffnung, Vertiefung. – Foramen ovale (septi interatrialis): der beim Feten u. Neugeborenen natürlich vorhandene Vorhofseptumdefekt, durch den Blut unter Umgehung des Lungenkreislaufs vom re. in den li. Vorhof des Herzens gelangt; kann für stumpfen transseptalen Herzkatheterismus genutzt werden.

G

H

Hämodynamik: physiol die Lehre von den bei der Blutbewegung im Gefäßsystem analog den Gesetzen der Hydrodynamik bestehenden Beziehungen zwischen Druck u. Druckgradienten, Stromstärke, Widerstand u. Schubspannung unter Berücksichtigung der Art des Gefäßaufbaus u. der Gefäßverzweigungen u. der Fließeigenschaften des Blutes (Hämorrheologie) als einer nicht-Newtonschen Lösung. I. w. S. die mathematisch-strömungsphysikalische Betrachtung der Herz-Kreislauf-Funktionen.

Hämoglobin, Hb: der rote Blutfarbstoff u. seine Varianten; i. e. S. das normale, in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) enthaltene HbA1; Eisen(II)-haltige Chromoproteide, bestehend aus Häm (Metallporphyrin, bindet Sauerstoff) als prosthetischer Gruppe u. aus Globin, als immunspezifischem, die Hb-Antigenität bedingendem Eiweiß.

Hegar (Alfred H., 1830-1914, Frauenarzt, Freiburg)-Stift: leicht gekrümmter Stift (eines Bestecks) mit konischer Spitze u. eingestanzter Kaliberstärke (Durchmesser 1 – 26 mm, um 0,5 oder 1 mm ansteigend) als Bougie zur Aufdehnung des Gebärmutterhalses („Zervixdilatator“); in der (Kinder)Herzchirurgie als Messinstrument zur Bestimmung des Innendurchmessers eines Ostiums (z.B. der rechtsventrikulären Ausflussbahn).

Herz, Cor PNA: das hinter dem Brustbein (Sternum) im Brustkorb (Thorax) gelegene, kegelförmige muskulöse Hohlorgan, dessen Muskelschicht (Myokard) von einer serösen Haut (Epikard, Perikard) umschlossen u. von einer mehrschichtigen Innenhaut (Endokard) ausgekleidet ist; es ist von einer Scheidewand (Septum interatriale u. interventriculare) in eine linke u. rechte Hälfte unterteilt (Linksherz…, Rechtsherz…), die ihrerseits jeweils aus einem Vorhof u. einer Kammer (Atrium bzw. Ventriculus) bestehen. Das H. wirkt – zwischen großem u. kleinem Kreislauf gelegen – mittels seiner Muskelkraft sowie seiner beidseits zwischen Vorhof u. Kammer gelegenen ventilartigen Klappen (Valvae atrioventriculares) u. unter Beteiligung der Aorten- u. Pulmonalklappe sowie Leisten an den Hohlvenenmündungen als Druck- und Saugpumpe (Ventilebenenmechanismus), die gemäß dem automatischen Wechsel von Muskelzusammenziehung u. –erschlaffung (Systole bzw. Diastole) für die Bewegung des Blutes in dessen Kreislaufsystem (s. Blutkreislauf) sorgt; nach dem Blutausstoß bleibt aber in den Kammern eine etwa dem Schlagvolumen entsprechende Restblutmenge zurück. Die Regulierung seiner Tätigkeit erfolgt durch im u. außerhalb des Herzens lokalisierte Mechanismen (Herzregulation, Automatie des Herzens, Erregungsleitungssystem). Die arterielle Blutversorgung des Herzmuskels u. der Innenauskleidung erfolgt durch die anastomosenreichen Herzkranzarterien (Koronarien); an der Endokardschicht findet auch Stoffaustausch mit dem Blut der Herzbinnenräume statt; das Perikard wird durch die A. pericardicophrenica versorgt. Das venöse Blut fließt über Herzvenen (Venae cordis) u. über Herzbeutelzwerchfellvenen ab. Der Lymphabfluss erfolgt über 2 Lymphgefäßstämme in Richtung Lymphknoten des Mittelfells. – Bei seiner (ab der 8. Embryonalwoche nachweisbaren) Aktion stößt das Herz an die Brustwand (Herzspitzenstoß; beim Erwachsenen tastbar innerhalb der Schlüsselbeinmittellinie). Die Herz(schlag)frequenz nimmt zwischen Neugeborenen- u. Erwachsenenalter ab (beim Neugeborenen 120, 2.-6. Lj. 105-90, 7.-10. Lj. 90-80, ab 11.-14. Lj. 80-75/Min.). – Herzerkrankungen, v. a. Herzklappenfehler gehen mit z. T. charakteristischen Veränderungen der Herzfigur einher; ferner kommen atypische Lagen vor (bei Situs inversus).

Herzauskultation: das Abhören der Schallphänomene des Herzens (Herztöne, -geräusche); erfolgt allgemein an den 5 klassischen Auskultationsstellen im Brustwandbereich: für Mitralklappe über der Herzspitze (Apex), Trikuspidalklappe im 4.-5. Zwischenrippenraum (Intercostalraum, ICR) rechts neben dem Brustbein (Sternum; „parasternal“), Pulmonalklappe 2. ICR links parasternal, Aortenklappe 1.-2. ICR rechts parasternal; ferner am Erb-Punkt. – s. a. Phonokardiographie, Punctum maximum.

Herzbeutel: s. Pericardium.

Herzdilatation: krankhafte Ausweitung des Herzens bzw. seiner Innenräume; H., adaptive: H. in Anpassung an eine langzeitige (Volumen-)Überlastung bei Herzklappeninsuffizienz, Shuntvitium, Hyperzirkulation etc.

Herzfehler, Vitium cordis: Oberbegriff für angeborene Fehlbildungen des Herzens (= kongenitale H.) u. erworbene Herzklappenfehler, i. w. S. auch für (sich gegenseitig im Sinne der Lebensfähigkeit z. T. ausgleichende) Fehlbildungen des Herzens und der großen Herzgefäße. Sie werden entweder durch der jeweiligen Mehrbelastung entsprechende Herzmuskelveränderungen (v. a. Herzhypertrophie, adaptive Herzdilatation) ausgeglichen (sind „kompensiert“) oder sind unausgeglichen („dekompensiert“; Herzinsuffizienz); s. a. Shuntvitium.

Herzgeräusch: bei Herzauskultation jedes nicht als Herzton (HT) anzusprechende Schallphänomen in Form eines – meist konstanten – systolischen u./o. diastolischen Geräusches. Sein Klangcharakter (z.B. blasend, pfeifend, gießend), seine Frequenz, Intensität (konstant, an-, abschwellend, d.h. im Phonokardiogramm band- bzw. spindelförmig), Dauer (kontinuierlich oder mit Unterbrechungen = diskontinuierlich) u. Lokalisation (Punctum maximum) u. evtl. Fortleitung sind abhängig von der Hämodynamik; z.B. bedingt durch Wirbelbildung an abrupten Kalibererweiterungen u. Unebenheiten des Strombettes. Sie sind organisch (durch Herzklappenfehler, Missbildung etc. verursacht) oder nur funktionell bedingt (akzidentell). – H., akzidentelles oder anorganisches: H. am klinisch gesunden Herzen, v. a. bei Kindern, Jugendlichen, in Folge vermehrten Durchflusses, erhöhter Strömungsgeschwindigkeit, Änderung der Blutviskosität; z.B. bei Anämie; sind meist „musikalisch“, von geringer Fortleitungstendenz u. von haltungsabhängiger Intensität (meist am lautesten im 2. u. 3. Zwischenrippenraum (ICR) links neben dem Brustbein (parasternal) – oder – vom 2. HT getrennt – im 3. u. 4. ICR links parasternal). – H., diastolisches, Diastolikum: H. in der Diastole; meist diskontinuierlich als Decrescendo- oder Crescendogeräusch; hochfrequent, hauchend als Refluxgeräusch bei Schlussunfähigkeit (Insuffizienz) der Semilunarklappen (s. Herzklappen; Sofortgeräusch nach dem 2. HT = Frühdiastolikum, li. parasternal); tief, rau, lang, früh- oder protodiastolisch, vom 2. HT abgesetzt als Einströmgeräusch an Atrioventrikularklappen (s. Herzklappen); spätdiastolisch bzw. präsystolisch als Intervallgeräusch (mit Maximum über der Mitral- bzw. Trikuspidalklappe). – H., systolisches, Systolikum: zu Beginn oder während der ganzen Systole (protosystolisch bzw. holosystolisch) hörbares H.; bandförmig hochfrequent, hell u. weich, z. T. auch scharf als Refluxgeräusch bei Insuffizienz der Atrioventrikularklappen (s. Herzklappen bzw. Herzklappeninsuffizienz; maximal über der Mitral- bzw. Trikuspidalklappe) bzw. bei Ventrikelseptumdefekt; abgesetzt, früh-, meso- oder spätsystolisch, spindelförmig, mittel- bis tieffrequent, allgemein als raues Austreibungsgeräusch bei Stenose der Taschenklappen (s. Herzklappen), Vorhofseptumdefekt, erweitertem Abgang der Aorta bzw. des Truncus pulmonalis; als organisches H. stets intensiv.

Herzglykoside: pharm Bufadienolid- u. Cardenolid-Glykoside mit Wirkung am Herzmuskel: Steigerung der Kontraktionskraft ohne Erhöhung des Sauerstoffbedarfs, Frequenz- u. Erregungsleitungsverlangsamung; chem. handelt es sich um Aglucone mit Steroidstruktur (Derivate des Cyclopentano-perhydro-Phenanthrens), die glykosidisch mit Zuckern verknüpft sind.

Herzinsuffizienz: akutes oder chronisches Unvermögen des Herzens, bei Belastung (= Belastungsinsuffizienz) oder schon in Ruhe (= Ruheinsuffizienz) den für den Stoffwechsel erforderlichen Blutauswurf aufzubringen bzw. den venösen Rückfluss aufzunehmen. Der Zustand des Herzens, in dem die Kompensationsmechanismen (Herzfrequenz, Kontraktilität u. Schlagvolumen; Hypertonie) nicht mehr zur Aufrechterhaltung eines normalen Herzzeitvolumens ausreichen (Schwäche der Pumpfunktion). Tritt auf als Links- oder Rechtsherzinsuffizienz oder betrifft beide Kammern (globale H.). Hat vielfältige und vielschichtige Ursachen. Führt zu Veränderungen am peripheren Kreislauf, Störung der Atmung (Dyspnoe), der Nierenfunktion (u.a. Nykturie) u. des Elektrolytstoffwechsels (durch Einbeziehung des Wasserhaushaltes zu Ödemen), zu verminderter Leistungsfähigkeit der Skelettmuskulatur. Wird gemäß der New York Heart Association (NYHA) in „Klassen“ eingeteilt; I: völlige Beschwerdefreiheit bei normaler körperlicher Belastung; II: leichte Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit; in Ruhe u. bei leichter körperlicher Tätigkeit besteht Beschwerdefreiheit; III: starke Einschränkung der Belastbarkeit; Wohlbefinden in Ruhe, aber Beschwerden schon bei leichter körperlicher Tätigkeit; IV: bei jeder körperlichen Tätigkeit Zunahme der – meist auch in Ruhe bestehenden – Insuffizienzzeichen.

Herzkammer: s. Ventriculus (cordis).

Herzkatheterismus, -katheterisierung: (Forssmann 1929, Cournand 1944): invasives Diagnostik-Verfahren durch Einführen bzw. Einschwemmen eines Herzkatheters unter Röntgen-Durchleuchtungskontrolle in die Herzhöhlen u. die herznahen großen Gefäße, u. zwar bei Rechtsherz- u. Lungenarterienkatheterismus über eine Vene (meist V. brachialis), als Links-H. retrograd über eine Arterie (meist A. femoralis oder brachialis) oder – nach venösem H. – vom re. Vorhof aus durch ein offenes Foramen ovale bzw. durch Punktion der Vorhofscheidewand (Vorhofseptum; transseptaler H.). Dient der Austastung einzelner Herzabschnitte, der direkten Messung des Druckes (mittels Elektromanometer), Blutprobenentnahmen (Blutgasanalyse), der selektiven Kontrastdarstellung des Herzens u. herznaher Gefäße (Angiokardiographie), der quantitativen Bestimmung von Kreislaufgrößen (Strömungswiderstände, Kreislauf- u. Shuntvolumina) u. der Klappenöffnungsflächen, zur versuchsweisen Blockierung von Septumdefekten vor geplanten Herzoperationen (mittels Ballonkatheter). Komplikationen: Perforation, Klappen- u. Endokardverletzung, bei Rechtskatheterismus („Rechtsherzkatheter“) ferner v.a. Rhythmusstörung, Lungenödem, u. U. Lungenembolie (Thrombenmobilisierung), bei Linkskatheterismus („Linksherzkatheter“) Hämatoperikard (evtl. Herztamponade), Pneumo- u. Hämatothorax.

Herzklappen: die Ventilsysteme der Herzöffnungen (vgl. Ostium); als Vorhof-Kammer-Klappen die Mitral- u. die Trikuspidalklappe (Valva atrioventricularis sinistra u. dextra), als Klappen der Aorta u. des Truncus pulmonalis (Lungenarterienstamm) die Valva aortae u. Valva trunci pulmonalis. Sie werden gebildet von segelförmigen oder taschenförmigen, in die Lichtung vorragenden Gebilden (Duplikaturen des Endokards, innen verstärkt durch Bindegewebe).

Herzklappenfehler: durch Störung der Herzentwicklung oder durch Entzündung (Endokarditis) bedingte Fehlform von Herzklappen einer oder – als Mehrklappenvitiummehrerer Herzöffnungen (vgl. Ostium), die eine Verengung (Herzklappenstenose) u./o. Schlussunfähigkeit (Herzklappeninsuffizienz) zur Folge haben, z.B. Aortenklappeninsuffizienz, Aortenstenose usw.

Herzklappeninsuffizienz: Aorten-, Mitral-, Pulmonal- oder Trikuspidalklappeninsuffizienz.

Herzklappenstenose: Aorten-, Mitral-, Pulmonal- oder Trikuspidalklappenstenose.

Herzkranzgefäße: Arteriae coronariae, Venae cordis.

Herz-Lungen-Maschine, HLM: s. entsprechendes Kapitel Herz-Lungen-Maschine in diesem Online-Kurzlehrbuch.

Herzminutenvolumen, HMV: das vom Herzen pro Minute ausgeworfene Blutvolumen. Kann ermittelt werden z.B. durch Herzkatheterisierung, aus der arteriovenösen Sauerstoffdifferenz u. –aufnahme (nach dem Fick’schen Prinzip), mit der Indikatorverdünnungsmethode. Beträgt beim Erwachsenen ca. 3 – 5 l/min (bei Trainierten bis 30 l/min).

Herzmuskel: s. Myokard.

Herzspitzenstoß: das in der Systole der Herzaktion links im 4.-5. Zwischenrippenraum (Intercostalraum, ICR) in der Medioklavikularlinie (Schlüsselbeinmittellinie) fühl-, evtl. auch sichtbare Anstoßen des Herzens an die Brustkorbwand. Fehlt (= „aufgehoben“) z.B. bei Perikarderguß, Emphysem, ist „hebend“ bei linksventrikulärer Herzhypertrophie, „erschütternd“ bei verstärkter Herzaktion, „verlagert“ z.B. bei Herzvergrößerung, Pleuraschwarte, Brustkorbdeformierung.

Herzton, HT: die bei der Herzaktion durch Schwingungen v. a. der Herzklappen entstehenden Schallerscheinungen, u. zwar normalerweise nur als 1. u. 2. HT. Er ist einfach oder gedoppelt u. am Punctum maximum der Herzauskultation am stärksten.

Herzvorhof: s. Vorhof.

Hochdrucksystem: physiol derjenige Abschnitt des großen Kreislaufs, der die Aufgabe hat, Blut hohen Druckes zur Durchströmung der Organe bereitzustellen (d. h. Aorta u. große Arterien); im Ggs. zum Niederdrucksystem.

Hohlvene: s. Vena cava.

Hypertonie, -tonus, Hypertension: path Erhöhung eines Drucks oder einer Spannung über die Norm; i. e. S. aber der Bluthochdruck (u. zwar v. a. als arterielle H.).

Hypertrophia, Hypertrophie: path Größenzunahme eines Gewebes oder Organs nur durch Zellvergrößerung (bei normal bleibender Zellzahl u. –struktur). Ist bei Hohlorganen ex- oder konzentrisch (mit Lichtungsvergrößerung bzw. –verkleinerung); erfolgt in Anpassung an Mehrbelastung (adaptive H.; funktionelle H. als „Arbeits-“, Trainings-H. z. B. am Herzen im Rahmen der regulativen Herzdilatation).

Hyperzirkulation: (Herz-)Kreislaufsituation bei erhöhtem Herzminutenvolumen (mit Pulsus celer, positivem Kapillarpuls) u. verkürzter Kreislaufzeit; z.B. bei Fieber, Anämie, Hyperthyreose, stärkerer körperl. Arbeit.

Hypoplasie: angeborene oder anlagebedingte Unterentwicklung eines Organismus, Organs (z.B. Herz, Lunge, Gehirn, Bauchspeicheldrüse, Gebärmutter, Niere, Harnwege, Keimdrüsen) oder Gewebes; i. w. S. auch der resultierende Funktionsausfall.

hypoplastisch: i. S. der Hypoplasie verkleinert.

I

iatrogen: durch ärztliche Einwirkung (Diagnostik, Therapie) entstanden.

idiopathisch: als krankhafter Zustand selbstständig, d. h. ohne erkennbare Ursache entstanden; im klinischen Sprachgebrauch z. T. synonym mit primär, genuin, essentiell.

Indikation, Indicatio: die (Heil-)Anzeige; Grund oder Umstand, eine bestimmte (ärztliche) Maßnahme durchzuführen, die nach Abschätzung des möglichen Nutzens u. Risikos – unter Beachtung etwaiger Kontraindikationen – (für den Patienten) sinnvoll ist.

Infantilismus: u.a. Klein-, Minderwuchs als Entwicklungshemmung in Folge verschiedenster Grundleiden (z. B. bei angeborenen Herzfehlern).

infundibulär: 1) trichterförmig. 2) ein Infundibulum betreffend.

Infundibulum: (latein.) Trichter; trichterförmiges Gebilde. – I. cordis: Conus arteriosus (der re. Herzkammer).

Intima: s. Tunica intima.

invasiv: eindringend. – invasive Diagnostik: Diagnostik unter Verletzung der Körperintegrität, z. B. als Herzkatheterismus, Laparoskopie.

Isthmus PNA: anat (latein. = Landenge) relativ enger Abschnitt eines Hohlorgans (Kanalsystems etc.) bzw. schmale Gewebsbrücke. – I. aortae: die „Aortenenge“ am Übergang des Aortenbogens in die absteigende Aorta nach Abgang der li. A. subclavia (Schlüsselbeinarterie) in Höhe des Ligamentum arteriosum vor Abgang der ersten Interkostalarterie.

J

K

Kardiomegalie: Vergrößerung des Herzens in Folge Herzhypertrophie u./o. Herzdilatation, auch idiopathisch familiär.

Kardiomyopathie: Erkrankung des Herzmuskels, die nicht als Folge arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen, Widerstandserhöhung im kleinen oder großen Kreislauf, sowie von Herzfehlern aufzufassen ist: Symptome: Herzinsuffizienz bei Kardiomegalie; Die K. ist die häufigste Indikation zur Herztransplantation.

kardiopulmonal: Herz u. Lunge betreffend.

kardiovaskulär: Herz u. Gefäße (Herz-Kreislauf-System) betreffend.

Kollateralen: 1) Vasa collateralia; vom Hauptblutgefäß in Richtung auf das gleiche Versorgungsgebiet abzweigende Nebenäste, die bei Strombehinderung (s. a. Stenose) als Umgehungs- = Ersatzblutbahn in Funktion treten. Sind natürlich entwickelt (= primäre oder präexistente K.) oder entwickeln sich bei entsprechender Situation durch Kapillarensprossung (= sekundäre K.; evtl. organfernere Umgehungsgefäße einbeziehend = indirekte K.). – 2) von Nervenfasern (Neuriten) der Rückenmarksbahnen rechtwinklig abzweigende Ästchen, die mit Telodendrien (Synapsen) an anderen Nervenzellen enden.

Kollateralkreislauf: bei örtlicher Durchblutungsnot entstehender Umgehungskreislauf durch Nutzung bzw. Öffnung natürlicher Gefäßnebenschlüsse oder Bildung neuer Wege über sekundäre Kollateralen (abzweigende Nebenäste, entwickeln sich durch Kapillarensprossung).

Kontraindikation: Gegenanzeige; Umstände (z.B. Lebensalter, Schwangerschaft, eine bestimmte Krankheit bzw. Arzneimittelbehandlung), die eine – an sich angezeigte – Maßnahme verbieten (einer Indikation entgegenstehen).

Kontraktilität: die Fähigkeit biologischer Strukturen zur Zusammenziehung (Kontraktion; vgl. Systole); v. a. die Eigenschaft von Muskelzellen, sich als Reaktion auf einen entsprechenden Vorgang aktiv zu verkürzen.

Kontraktion: Sichzusammenziehen; d. h. die Verkleinerung von Volumen u./o. Länge durch Abkühlung, Austrocknung, Nachlassen einer elastischen Spannung; i. e. S. (biol) die – idiomuskuläre, isometrische, isotonische, tetanische, tonische etc. – Muskelkontraktion; vgl. Kontraktilität.

Körperkreislauf, großer Kreislauf: das in sich geschlossene System parallelgeschalteter Organkreisläufe, beginnend mit der Aortenwurzel (s. Aorta) u. endend mit Einmündung der Hohlvenen in den rechten Herzvorhof; wird gebildet von funktionell unterschiedlichen Gefäßen (Windkessel-, Widerstands-, Austausch- u. Kapazitätsgefäße). Ist mit dem Lungenkreislauf über die Herzhohlräume in Serie zum Gesamtkreislauf geschaltet (s. a. Blutkreislauf).

Kreislauf: Blutkreislauf. – K., extrakorporaler: Blutumleitung außerhalb des Körpers zur zeitweiligen Ausschaltung des Herzens oder eines Kreislauf-, Gefäßabschnittes bei Operationen am eröffnetem Herzen bzw. an großen Blutgefäßen; z.B. an großen Arterien als pumpenloser arterio-arterieller Shunt nach Ausklemmen des erkrankten Abschnitts; meist als venoarterielle Umleitung des Gesamtkreislaufs mittels Herz-Lungen-Maschine (= kardiopulmonaler Bypass); K., großer: der Körperkreislauf (= Systemkreislauf); K., kleiner: der Lungenkreislauf (= Pulmonalkreislauf).

L

Ligament(um), Lig.: anat (latein.) Band; zugfestes bindegewebiges, bandförmiges Gebilde, das die Beweglichkeit von Körperteilen, Organen u. Gelenken auf ein funktionell sinnvolles Maß einschränkt u. somit für deren Stabilisierung sorgt. – L. arteriosum (Botalli): Bindegewebsstrang zwischen der Teilungsstelle des Truncus pulmonalis u. Arcus aortae (Aortenbogen); Rest des Ductus arteriosus.

Linksherz…: s. Herz.

Lungenarterie: s. Truncus u. Arteria pulmonalis.

Lungenkreislauf, Pulmonalkreislauf: 1) der zum Körperkreislauf in Serie geschaltete, dem Niederdrucksystem zuzurechnende, segmental gegliederte „kleine Kreislauf zwischen rechter Herzkammer u. linkem Vorhof über den Truncus u. die Arteria pulmonalis, Lungenkapillaren u. Venae pulmonales (Lungenvenen); v. a. dem Gasaustausch dienend (= Vasa publica), aber auch mit Filter- u. Speicherfunktion (Blutdepot für den linken Ventrikel). Druck im „arteriellen“ Teil ca. 1/5 des Aortendrucks, Minutenvolumen 5-6 l. – 2) der „Ernährungskreislauf“ (Vasa privata) der Lunge.

Lungenödem: akute oder chronische Durchtränkung der Lunge mit einem Luftbläschen-durchsetzten, zunächst zellfreien, wässrigen Transsudat (= zell- und eiweißfreie Flüssigkeit) in Alveolarräumen, kleinen Bronchien u. Interstitium, z. B. in Folge einer akuten Erhöhung des Lungenkapillardrucks (z. B. bei akuter Linksherzinsuffizienz).

Lungenvenen: s. Venae pulmonales.

M

Media: anat Kurzbezeichnung der Tunica media (der Gefäße) bzw. der A. cerebri media bzw. A. meningea media.

Mitral(klappen)insuffizienz: Schlussunfähigkeit der Mitralklappe in Folge Überdehnung des Klappenringes (Anulus fibrosus), v. a. aber in Folge Schädigung (Schrumpfung, Zerstörung) oder Fehlbildung der Segelklappen (s. Herzklappen) bzw. der zugehörigen Papillarmuskeln.

Mitral(klappen)stenose: Enge der Mitralklappenlichtung z.B. durch Verdickung (evtl. auch Verkalkung) der Klappensegel, Verlötung der Kommissuren, Verkürzung und Verklebung der Chordae tendinae. Angeboren (u. evtl. mit anderen angeborenen Herzfehlern kombiniert) oder erworben, u. zwar v. a. in Folge rheumatischer Karditis (Herzentzündung) oder bakterieller Endokarditis. Symptome (v. a. bei auf die Hälfte reduziertem Lichtungsbereich): Leistungsminderung, Belastungsdyspnoe, -husten, nächtliche Dyspnoe-Paroxysmen u. Orthopnoe, Lungenödem, Hämoptysen (Bluthusten), Neigung zu Bronchitis u. systemarteriellen Embolien, Belastungsschwindel, Facies mitralis (Lippenzyanose + Wangenlividität), periphere Zyanose, kühle Gliedmaßen, kleiner, evtl. (frühzeitig) unregelmäßiger u. inäqualer Puls, paukender 1. Herzton, präsystolisches Crescendogeräusch, Mitralöffnungston, diastolisches Decrescendo. – Später evtl. pulmonale Hypertonie u. Rechtsherzinsuffizienz.

Mitralklappe: s. Valva atrioventricularis sinistra.

Morphologie: Lehre von Bau u. Gestalt (Morphe) der Lebewesen u. ihrer Organe.

morphologisch: gestaltlich; die Morphologie betreffend.

Myokard, Myocardium PNA: der Herzmuskel; die mittlere, zwischen Endokard und Epikard gelegene Herzwandschicht. Ein raumgitterartiger, von gefäßführendem (Koronarien) Bindegewebe durchzogener Hohlmuskel, der – das spezifische Muskelgewebe (= Erregungsleitungssystem) ausgeschlossen – die Arbeitsmuskulatur darstellt; im Vorhofbereich schwach u. zweischichtig, im Kammerbereich kräftiger u. dreischichtig (außen u. innen spiralig, dazwischen kreisförmig angeordnet; die Innenschicht in die Papillarmuskeln u. Trabeculae carneae einstrahlend); die – quergestreiften – Muskelzellen sind netzig verflochten, einkernig.

N

Niederdrucksystem: physiol funktioneller Sammelbegriff (in Gegenüberstellung zum Hochdrucksystem) für die Kreislaufabschnitte niedrigen Drucks (0-15 mm Hg ≈ 0-2 kPa) u. großer Kapazität (ca. 85 % des Blutvolumens).

Nykturie: verstärkte Harnproduktion (und verstärkter Harndrang) während der Nacht; v.a. bei Diabetes, (latenter) Herzinsuffizienz, Schrumpfnieren.

O

Obstruktion: (latein.) totaler Verschluss eines Hohlorgans (auch Gang, Gefäß etc.), insbes. seines Zu- oder Ausganges, durch Verlegung, Verstopfung, i. w. S. auch durch Kompression; im klinischen Sprachgebrauch: Strömungshindernis im Bereich der Ausflussbahn einer Herzkammer.

Ödem, Oedema, Gewebswassersucht: umschriebene oder diffuse, meist schmerzlose, massive Ansammlung aus dem Gefäßsystem ausgetretener seröser, nicht gerinnender Flüssigkeit in den Gewebsspalten von Haut (Anasarka) oder Schleimhaut, aber auch in Nervengewebe, im Interstitium parenchymatöser Organe, in Hohlräumen oder Hohlorganen (= Hydrops, Erguss); ferner interzellulär u. interfibrillär (z.B. bei Elephantiasis). Ursachen: a) erhöhter Gefäßdruck; z. B. bei Herzinsuffizienz oder Abflusshindernis (Stauungsödem). – b) geringer Eiweißgehalt – u. damit verminderter onkotischer Druck – des Blutes. – c) erhöhte Durchlässigkeit der Gefäßwand (z.B. in Folge von Entzündung oder durch Gifte u. Reizstoffe). – Als wichtigste Organformen das Lungenödem, Hirnödem.

Orthopnoe: Luftnot, die in horizontaler Lage auftritt u. durch Aufsitzen gebessert wird. Typisch für Linksherzinsuffizienz. Bei besonders starker Ausprägung anfallsartige Steigerung bis zum Lungenödem in Form der kardialen paroxysmalen Dyspnoe.

Ostium: anat (latein.) Öffnung, Mündung (Mz.: Ostia). – O. aortae: Öffnung der li. Herzkammer zur Aorta, mit Valva aortae (Aortenklappe). – O. atrioventriculare: 1) O. a. dextrum: die Öffnung zwischen re. Herzvorhof u. re. Ventrikel, mit Trikuspidalklappe. – 2) O. a. sinistrum: die Öffnung zwischen li. Herzvorhof u. li. Ventrikel, mit Mitralklappe. – O. primum: embryol Foramen ovale primum. Der O.-p.-Defekt ist ein tiefsitzender Vorhofseptumdefekt (ASD I, Primumdefekt). – O. secundum embryol Foramen ovale secundum. Der O.-s.-Defekt ist ein mittl.-zentraler Vorhofseptumdefekt (ASD II, Sekundumdefekt). – O. trunci pulmonalis: Öffnung der re. Herzkammer in die Pulmonalis, mit Valva trunci pulmonalis (Pulmonalklappe). – O. venae cavae: Mündung der oberen bzw. unteren Hohlvene in den re. Herzvorhof. – Ostia venarum pulmonalium: die Mündungen der beidseitigen je 2 Lungenvenen in den li. Vorhof unterhalb des Vorhofdaches.

P

parasternal: neben dem Brustbein (Sternum).

Patch, Patch-graft: (engl. patch = Fleck, Flicken) ein rundes, polygonales oder streifenförmiges Im- oder Transplantat (oder entsprech. Kunststoffgewebe) zur plastischen Defektdeckung, Lichtungserweiterung an Gefäßen bzw. Hohlorganen (s. a. Kapitel Patch in diesem Online-Kurzlehrbuch).

Pathologie: Lehre von den abnormen u. krankhaften Vorgängen u. Zuständen im Körper („pathologische Anatomie) u. deren Ursachen.

pathologisch: die Pathologie betreffend, krankhaft.

Pathophysiologie: Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen u. deren Entstehung (s. a. Physiologie, Pathologie).

pathopysiologisch: die Pathophysiologie betreffend.

Pericardium PNA, Herzbeutel: das „Perikard“ als Schutz- u. Gleithülle des Herzens; 2 Blätter; außen P. fibrosum mit innerer (vertikal feinfaserig), mittl. u. äußerer Faserschicht (schräg überkreuzend, grobfaserig, verstellbar); innen als Lamina parietalis u. L. visceralis (= Epikard), die Außenhaut, das die Herzoberfläche überziehende P. serosum (einfaches, plattes bis kubisches Epithel), das die Herzbeutelflüssigkeit absondert; beide gehen an den großen Gefäßen ineinander über, so dass eine geschlossene Höhle, Cavitas pericardialis, besteht.

peripher: anat zur Körperoberfläche hin, im äußeren Körperbereich („Peripherie“), fern dem Zentrum (d. h. außerhalb des zentralen Nervensystems bzw. des Herzens u. herznahen Kreislaufs); z.B. p. Durchblutungsstörung, p. Nervensystem.

Phonokardiogramm: Aufzeichnung des Herzschalls bei der Phonokardiographie; v. a. bei Herzklappenfehlern u. Myokardiopathien.

Phonokardiographie, PCG, PKG: Aufzeichnung des von einem Mikrophon in elektr. Spannungsänderungen transformierten Herzschalles; als lineare (amplitudengetreue Darstg. aller Frequenzen), stethoskopisch (nur zum Ohr geleitete Frequenzen), logarithmische (gehörähnliche Darstellung durch Verstärken hoher u. Abschwächen tiefer Frequenzen) oder selektive Ph. (belieb. Frequenzbegrenzung durch variable Filter).

Physiologie: i. w. S. Wissenschaft von der belebten Natur (Antike), i. e. S. Wissenschaft von den normalen Lebensvorgängen mit den Teilgebieten Muskel-, Nerven- (Neuro-), Kreislauf-, Sinnes-, Arbeitsphysiologie etc. Als heutiges Hochschulfach behandelt die P. nach Abgliederung der physiolog. Chemie (Biochemie) als eigenständiges Gebiet mehr die biophysikalischen Vorgänge des Organismus.

physiologisch: 1) die Physiologie betreffend. 2) als normaler Lebensvorgang (u. nicht pathologisch), natürlich.

Pleura PNA: die die beiden Thoraxhälften auskleidende (= P. parietalis), „Wand-P.“, „Brustfell“, unterteilt in P. costalis, diaphragmatica u. mediastinalis) u. die Lungen überziehende (= P. pulmonalis, P. visceralis, „Lungenfell“) seröse Haut aus Mesothel (einschichtiges Plattenepithel) u. Lamina propria, die die Pleurahöhle (Cavitas pleuralis) umschließt u. die Pleuraflüssigkeit absondert. Schmerz-, Berührungs- u. Volumenempfindung obliegt afferenten Vagus-Fasern.

primär: anfänglich, ursprünglich, unmittelbar entstanden, im 1. Stadium.

Pulmonal(is)(klappen)insuffizienz: Schlussunfähigkeit der Taschenklappen (Valvulae semilunares, s. Herzklappen) des Truncus pulmonalis (Valva trunci pulmonalis, Pulmonal(is)klappe), selten angeboren, häufiger nach Endokarditis, Lues, op. Korrektur einer Herzklappenstenose oder – funktionell – in Folge einer Überdehnung des Klappenringes durch Druckerhöhung im kleinen Kreislauf (= relative P., v. a. bei schwerer Mitral(klappen)stenose).

Pulmonal(is)(klappen)stenose: valvuläre Pulmonal(is)stenose (s. dort).

Pulmonal(is)klappe: s. Valva trunci pulmonalis.

Pulmonal(is)stenose: meist angeborene Verengung des Truncus bzw. einer Arteria pulmonalis entweder im Bereich der Semilunarklappen (= valvuläre P.), oder oberhalb davon (= supravalvuläre P.) oder in der Ausflussbahn des re. Kammer (= infundibuläre P.); häufig mit anderen kardiovaskulären Fehlbildungen verbunden (v. a. Fallot-Tetralogie, s. entsprechendes Kapitel Fallot-Tetralogie in diesem Online-Kurzlehrbuch). Druck im re. Ventrikel erhöht, in Pulmonalarterie normal oder vermindert; herabgesetztes Minutenvolumen (s. Herzminutenvolumen), erhöhte a.-v. Differenz, bei isolierter Form keine Zyanose, erst rel. späte Belastungsdyspnoe; s. a. entsprechendes Kapitel Pulmonalstenose in diesem Online-Kurzlehrbuch.

pulmonal: die Lunge (Pulmo) betreffend.

Pulmonal…: Wortteil „Lunge“.

Pulmonalarterie: s. Arteria pulmonalis (dextra u. sinistra).

Pulmonalis…: Wortteil “Pulmonalarterie”, “Pulmonalklappe”.

Pulmonalkreislauf: s. Lungenkreislauf.

Punctum maximum, PM, p. m.: kard Stelle der größten Lautstärke bei der Herzauskultation.

Q

R

Rechtsherz…: s. Herz.

Reflux: (latein.) Rückfluss; kard vgl. Regurgitation.

Regurgitation: das Rückströmen (auch Rückstau; vgl. Reflux) des Inhaltes eines Hohlorgans, z.B. von Blut aus den großen Arterien ins Herz bzw. aus den Herzkammern in die Vorhöfe (bei Herzklappeninsuffizienz; geht mit entsprechendem systolischen oder diastolischen Regurgitationsgeräusch [s. Herzgeräusch] einher) bzw. von Speisen/Chymus aus tieferen in höhere Abschnitte des Verdauungstraktes.

retrospektiv: rückblickend, bei Rückschau.

sekundär: nachfolgend, abhängig, zweitrangig, im 2. Stadium.

S

Septum: anat Scheidewand. S. interventriculare PNA: das „Ventrikel- oder Kammerseptum“, die Scheidewand zwischen beiden Herzkammern (mit Pars muscularis u. membranacea). S. interatriale PNA: Vorhofseptum; Scheidewand zwischen rechtem u. linken Herzvorhof.

Shunt: (engl.) Nebenschluss; natürlicher oder künstlicher, operativ angelegter Nebenweg zur Überbrückung eines Blutgefäßabschnittes (s. a. Bypass) oder zur atypischen direkten Verbindung zweier Gefäßsysteme (z. B. des System- u. Lungenkreislaufes); klinisch auch verwendet für Kurzschlussverbindung zwischen System- und Lungenkreislauf.

Shuntvitium: angeborener Herzfehler mit Kreislaufkurzschluss; mit arteriovenösem = Links-Rechts-Shunt, d. h. mit vermindertem Blutangebot an den großen Kreislauf u. blassem Infantilismus, v. a. der Ventrikel- und Vorhofseptumdefekt, der Ductus arteriosus persistens, die Lungenvenenfehlmündung; mit venös-arteriellem = Rechts-Links-Shunt (mit Zyanose u. blauem Infantilismus) z.B. die Fallot-Tetralogie, Transposition der großen Gefäße, Truncus arteriosus communis, Ebstein-Anomalie (s. die entsprechenden Kapitel Ventrikelseptumdefekt, Vorhofseptumdefekt, Persistierender Ductus arteriosus, Fallot-Tetralogie, Ebstein-Anomalie in diesem Online-Kurzlehrbuch).

Stenose, Stenosis: angeborene oder erworbene dauerhafte Einengung eines Kanals, einer Mündung (Ostium), z. B. in Folge von Verwachsungen, z.B. als Magen-, Darm-, Herzklappenstenose. – vgl. Atresie, Obstruktion.

sternal: das Brustbein (Sternum) betreffend.

Sternotomie: operative Brustbeindurchtrennung.

Sternum PNA: das Brustbein; ein aus Manubrium, Corpus u. Processus xiphoideus bestehender platter, schwertförmiger Brustkorbknochen, an dem – direkt oder indirekt – die vorderen Rippenenden befestigt sind.

subvalvulär: unterhalb (= stromaufwärts vor) einer Klappe (Valva).

supravalvulär: oberhalb (= stromaufwärts hinter) einer Klappe (Valva).

Synkope: kard anfallsartige, kurz dauernde Bewusstlosigkeit (Ohnmacht) in Folge Minderdurchblutung des Gehirns; im Unterschied zum epileptischen Anfall meist ohne motorische Entäußerungen. Als kardiale S. z.B. bei Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen, Herzfehlern (v. a. Aortenstenose).

Systemkreislauf: s. Körperkreislauf.

Systole: (griech. = Zusammenziehung) die sich rhythmisch (jeweils nach der Diastole) wiederholende Kontraktion eines Hohlorgans; i. e. S. die dem Blutauswurf dienende S. des Herzens (mit Abhängigkeit ihrer Förderleistung [Herzschlagvolumen] von Füllungszustand, Dauer, Frequenz), u. zwar als Vorhof- u. als nachfolgende Kammer-S. (mit Anspannungs- u. Austreibungsphase).

Systolikum: systolisches Herzgeräusch.

systolisch: während der (Herz-)Systole.

T

thorakal: den Brustkorb (Thorax) oder –raum oder den Brustabschnitt des Rückenmarks betreffend.

Thorakotomie: operative Eröffnung des Brustkorbes (Thorax) durch Interkostalschnitt (Zwischenrippenschnitt), evtl. Rippenresektion; s. a. entsprechendes Kapitel OP-Prinzipien in diesem Online-Kurzlehrbuch..

Thorax: der „Brustkorb“ aus 12 Brustwirbeln, 12 Rippenpaaren u. Sternum (nebst verbindenden Bändern u. Gelenken).

Thrombembolie: Embolie durch einen in den Kreislauf verschleppten Thrombus (oder Thrombusteile, die zum Kern eines sekundären Thrombus werden können), mit von der Embolusgröße sowie von der Weite u. Funktion des verstopften Gefäßes u. vom Zustand des Gesamtkreislaufs abhängigen Folgen; bei infiziertem Thrombus evtl. Metastasenbildung: Vorkommen v. a. als Komplikation tiefer Thrombophlebitis oder Phlebothrombose (meist Lungenembolie) oder bei Endokarditis oder Herzinfarkt (mit Herzohr- oder Klappenthrombus bzw. muralem Thrombus; Embolie in arterieller Peripherie, Gehirn).

Thrombose: die intravitale Thrombusbildung im Kreislaufsystem. Prädilektionsstellen: Herzklappen, -ohren (oft Kugelthrombus) u. li. Herzspitze, Herzkranzgefäße, basale Hirngefäße, Arteria mesenterica („Claudicatio abdominalis“) u. Beinarterien sowie Venen der Beine u. des Beckens, des Mastdarms („Hämorrhoidal-Th.“) u. des Armes (z. B. iatrogen nach Injektion, Infusion). Häufig postop. (u. postpartal = nach der Geburt), meist an tiefen Beinvenen, evtl. kompliziert durch Thrombembolie (z.B. Lungenembolie). Bei gesteigerter Thromboseneigung kann generalisierte (z. B. bei Herzinsuffizienz, Schock, Bettlägerigkeit, langes Stillsitzen) oder lokale (Kompression, entzündl. oder arteriosklerotische Gefäßveränderungen) Prästase eine Th. fördern.

Thrombus: im Kreislaufsystem intravital bei Thromboseneigung entstehender „Blutpfropf“, in Arterien meist wand- („Parietal-Th.“), in Venen oft primär klappen-, im Herzen wand- u. klappenständig. Zunächst Bildung des Thrombuskopfes (Abscheidungsthrombus = weißer, = grauer Th.) durch wandnahe lamellenförmige Adhäsion u. Aggregation der – i.S. der viskösen Metamorphose veränderten – Thrombozyten (Blutplättchen) mit zwischengelagerten Leukozyten (weißen Blutkörperchen) u. (nach ca. 30 Min.) einem Fibringespinst („Fibrin-Th.“); dann – stasebedingt – stromaufwärts Ansetzen eines Thrombusschwanzes aus Fibringespinst u. eingelagerten Erythro- u. Leukozyten (roten u. weißen Blutkörperchen; „roter Th.“ = „Gerinnungs-Th.“, v. a. in Venen oft größer als der Kopf); evtl. fortschreitendes Längenwachstum durch Apposition neuer Gerinnsel, bei erhaltenem Teillumen (v. a. in Venen) auch in Stromrichtung. In größeren Venen evtl. mehrere Kopfteile, die sich sekundär durch Schwanzteile verbinden („gemischter Th.“; bis 40 cm lang, evtl. obturierend); s. a. Thrombembolie. – Durch Hyalinisierung kleinerer venöser Thromben evtl. elast. Kugeln, die verkalken oder verknöchern („Phlebolith“). Größere Thromben werden durch Granulationsgewebe „organisiert“, meist mit Rekanalisation des Gefäßes u. Wandnarbe („kanalisierter Th.“); bei starkem Leukozyten-Gehalt evtl. fermentative, aseptische Erweichung (Thrombolyse) mit schneller Rekanalisation.

tricuspidalis, tricuspid, trikuspid: (latein.) dreizipflig, z. B. Valva tricuspidalis (= Dreisegelklappe, die Trikuspidalklappe).

Trikuspidal(klappen)insuffizienz: angeborene oder erworbene (rheumat., bakteriell) organische, weit häufiger aber sekundär-funktionelle (Rechtsherzdilatation mit Ausweitung des Ostiums) Schlussunfähigkeit der Klappe, dadurch Rückfluss von der re. Kammer in den re. Vorhof u. Rückstau in die Hohlvenen; Symptome: Holosystolikum mit Maximum im 5. ICR li. parasternal, positiver systolischer Puls in Vena jugularis (Halsvene), Leber u. Epigastrium (Oberbauch), vergrößerter re. Vorhof, Halsvenen- u. Leberstauung, Ödeme, Belastungsdyspnoe, nur geringe Lungenstauung.

Trikuspidal(klappen)stenose: angeborene (Adhäsion der Schließungsränder) oder – meist – erworbene (rheumat., bakteriell; oft mit Mitral(klappen)stenose) Einengung des Ostiums, dadurch Rückstau in die Hohlvenen.

Trikuspidalklappe: s. Valva atrioventricularis dextra.

Truncus: (latein.) Stamm (Mz: Trunci); anat Rumpf, Gefäß-, Nervenstamm. – Truncus arteriosus communis: 1) embryol das einheitl. (nicht in Aorta u. Pulmonalis aufgeteilte) arterielle Ausströmungsrohr. 2) kard bei Nichtausbildung des Septum aorticopulmonale ein über einem hochsitzendem Ventrikelseptumdefekt (mit im allg. 4 Semilunarklappen, s. Herzklappen) reitender (oder dem re. oder li. Ventrikel entspringender) Tr. a. comm. als angeborener Herzfehler. – T. brachiocephalicus PNA: der unpaare, rechts aus dem Aortenbogen abgehende kurze Arterienstamm, der sich in die A. subclavia u. A. carotis comm. dextra (rechte Schlüsselbeinarterie u. Halsschlagader) aufteilt. – T. pulmonalis PNA: der ca. 5 cm lange 1. Abschnitt der Lungenarterie (A. pulmonalis, Pulmonalarterie), der sich in die re. u. li. A. pulmonalis aufteilt.

Tunica: (latein.) Unterkleid, Hülle; anat Hüllschicht. – T. adventitia: die äußere dünne Bindegewebsschicht in der Wand von Ductus deferens, Ösophagus, Ureter, Samenbläschen u. Blutgefäßen (s. a. Adventitia). – T. intima: die glatte, lumenseitige Endothelschicht („Intima“) der Arterien-, Venen- u. Lymphgefäßwand. – T. media: die mittlere, muskuläre Wandschicht („Media“) der Arterien vom muskulärem Typ; dicht gefügte, spindelförm., glatte Muskelzellen mit zirkulärem oder spiral. Verlauf u. dazwischen elast. u. kollagene Fasern.

U

V

Valva: (latein.) Klappe. – V. aortae: die aus 3 halbmondförmigen Taschenklappen (Valvulae semilunares) bestehende „Aortenklappe“ als Ventilsystem im Aortenostium der li. Herzkammer, das sich mit der Diastole schließt (als 2. Herzton (HT) auskultierbar) u. mit der Systole öffnet. – V. atrioventricularis dextra, V. tricuspidalis, Trikuspidalklappe: das Ventilsystem zwischen re. Herzvorhof u. –kammer, bestehend aus 3 Segeltaschen (Cuspis ant., post. u. septalis), die am Anulus fibrosus entspringen u. mit Chordae tendineae in den Papillarmuskeln verankert sind; schließt sich mit der Systole (auskultierbar als 1. HT im 4. u. 5. ICR li. parasternal) u. öffnet sich mit der Diastole.  – V. atrioventricularis sinistra, Valvula bicuspidalis, V. mitralis, Mitralklappe: das Ventilsystem zwischen li. Herzvorhof u. –kammer, bestehend aus 2 Segeltaschen (Cuspis ant. u. post), die am Anulus fibrosus entspringen u. mit Chordae tendineae in den Papillarmuskeln verankert sind; schließt sich mit der Systole (auskultierbar als 1. HT mit Maximum über der Herzspitze) u. öffnet sich mit der Diastole. – V. trunci pulmonalis, Pulmonal(is)klappe: die aus 3 halbmondförmigen Taschenklappen (Valvulae semilunares) bestehende Ventilsystem im Pulmonalisostium der re. Herzkammer, das sich mit der Diastole schließt (als 2. Herzton auskultierbar) u. mit der Systole öffnet.

valvulär, valvularis: eine (Herz-)Klappe betreffend.

vaskulär: die (Blut)Gefäße betreffend.

Vasodilatanzien: pharm gefäßerweiternde (und dadurch blutdrucksenkende), peripher u./o. zentral angreifende, strukturell sehr unterschiedliche Wirkstoffe als Antihypertonika, Koronarmittel, Symphatolytika (adrenerge α-Blocker), β-Symphatomimetika, Nicotinsäure mit ihren Derivaten, bestimmte Calciumantagonisten u. Adenosin.

Vasodilatation: Weiterstellung von Blutgefäßen; passiv durch Wanddehnung in Folge intravasalen – und sekundär transmuralen – Druckanstiegs bei Blutüberfüllung; oder durch Tonusabnahme der Wandmuskulatur in Folge Einwirkung vasodilatatorischer Stoffe.

Vasodilatatoren, vasodilatatorische Nerven: anat vegetative Gefäßnerven mit gefäßerweiternder Wirkung.

Vasokonstriktion: Engstellung von Blutgefäßen (mit resultierender Erhöhung des Strömungswiderstandes) durch verstärkten Kontraktionszustand („Tonus“) der Gefäßmuskulatur in Folge Vasokonstriktoren-Aktivierung oder Vasodilatatoren-Hemmung oder humoraler Einwirkung vasokonstriktorischer Stoffe.

Vasokonstriktoren, vasokonstriktorische Nerven: anat durchweg dem Symphatikus zugehör. Gefäßnerven, deren von den Vasomotorenzentren abhängigen Impulse blutgefäßverengend wirken.

Vasokonstringenzien: pharm Wirkstoffe mit gefäßverengender (u. dadurch blutdrucksteigernder) Eigenschaft.

Vena, Vene: (Mz.: Venae; Vv.): allgemein venöses Blut (Ausnahme: Vv. pulmonales [Lungenvenen], embryonale V. umbilicalis) zum Herzen zurückführendes Gefäß mit dünner Wandung aus 3 – bei kleinen Gefäßen nur undeutlich voneinander abgrenzbaren – Schichten: Tunica intima, T. media (innen Ring-, außen Längsmuskelzüge) u. T. externa (Adventitia). Oft Begleitvenen gleichnamiger Arterien. – Vena cava: Hohlvene. 1) V. c. inferior: „untere Hohlvene“ als unpaare, klappenlose Sammelvene der unt. Körperhälfte (aus dem Zusammenfluss der re. u. li. V. iliaca comm. in Höhe 4./5. Lendenwirbel), die re. neben der Aorta abdomin. durch das Foramen venae cavae des Zwerchfells in den re. Herzvorhof zieht. 2) V. c. superior: die „obere Hohlvene“ als unpaare, kurze, klappenlose, dünnwand. Sammelvene der oberen Körperhälfte; zieht an der Innenseite der re. Pleurakuppel abwärts, nimmt vor Eintritt in Herzbeutel u. re. Vorhof die V. azygos auf (dadurch Verbindung zur V. cava inferior).

Venae pulmonales: die das arterialisierte Blut aus den Lungen zum li. Herzvorhof führenden „Lungenvenen“, im Hilus hervorgehend aus der Vereinigung der Lungensegmentäste zu 1 oder – meist – 2 größeren Stämmen (= V. p. superior u. inferior), die rechts kaudal der Pulmonalarterie u. hinter oberer Hohlvene, re. Vorhof u. Aorta ascendens, links (kürzer) vor der Aorta thoracica verlaufen u. gemeinsam das hintere Perikard durchdringen.

Ventriculus: (latein. = kleiner Bauch, Mz.: Ventriculi)Ventriculi cordis: die – durch das Ventrikelseptum getrennten – kegelförm., sagittal abgeplatteten, dickwand., dreischichtigen (Epi-, Myo-, Endocardium) „Herzkammern“ (Ventrikel). a) Der V. dexter (rechter Ventrikel) re. vorn, b) der V. sinister (linker Ventrikel) hinten gelegen, mit je 1 Ostium venosum (Valva atrioventricularis, Atrioventrikularklappe) zum Vorhof u. je 1 Ostium arteriosum (re. mit Valva trunci pulmonalis, Pulmonal(is)klappe, li. mit Valva aortae, Aortenklappe) in die großen Gefäße u. mit Papillarmuskeln. Die rel. muskelschwächere re. Kammer mit weniger zahlreichen, aber breiteren Trabeculae carneae, glatten Innenwänden u. trichterförm. Ausflussbahn (= Conus arteriosus, Infundibulum).

Ventrikelseptum: s. Septum interventriculare.

Ventrikelseptumdefekt, VSD: kard angeborener oder erworbener (Ventrikelruptur) Defekt der Herzkammerscheidewand (Ventrikelseptum); ab einer best. Größe mit typischen Symptomen (s. a. Herzfehler); s. a. entsprechendes Kapitel Ventrikelseptumdefekt in diesem Online-Kurzlehrbuch.

ventrikulär: einen Ventrikel (insbes. Herz-, Hirn-V.) betreffend.

Vitium: (lat.) Fehler (Mz. Vitien); Vitium cordis: Herzfehler; s. a. Kapitel Herzfehler in diesem Online-Kurzlehrbuch.

Vorhof: anat Atrium, Vestibulum. I. e. S. die beiden – durch das Vorhofseptum getrennten, der zugehörigen Herzkammer vorgeschalteten – Herzvorhöfe (= Atrium cordis dextrum u. sinistrum). Entwickeln sich aus Teilen des embryonalen Herzschlauches u. des Sinus venosus.

Vorhofseptum: s. Septum interatriale.

Vorhofseptumdefekt, ASD: Lückenbildung im Vorhofseptum als angeborener Herzfehler, s. a. entsprechendes Kapitel Vorhofseptumdefekt in diesem Online-Kurzlehrbuch.

W

X

Y

Z

Zyanose, Blausucht: bläuliche Verfärbung der Haut u. Schleimhäute in Folge relativer Vermehrung reduzierten Hämoglobins im Kapillarblut.

 

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